30. Feininger Schülerpleinair 2019



Vorüberlegungen von Fr. Engelmann und Fr. Steinacker
Amt für Wirtschaftsförderung und Kulturpflege
Kreis Weimarer Land

Motto: „Traumstadt Bauhaus“

am 28. Juni 2019, 9.00 bis 14.30 Uhr
19.00 Uhr Abendveranstaltung in der Kirche in Mellingen

Damit auch in diesem Jahr neue oder wiedergefundene kunstpädagogische Ansätze das Stationskonzept des 30. Feininger-Schüler-Pleinairs bereichern, gründen sich die inhaltlichen Vorüberlegungen auf zwei Säulen. Einerseits bietet das 100-jährige Bauhausjubiläum viele Möglichkeiten den Themenkreis zu erweitern, andererseits steht die im September stattfindende Ausstellung „Traumsstadt. Lyonel Feininger und seine Dörfer“ bei der Suche nach gestalterischen Möglichkeiten Pate.

Aus dieser Verbindung und Durchkreuzung der beiden Ideenquellen generieren sich die Ansätze für das Stationskonzept. Gerade das neu gegründete Weimarer Bauhaus glich einem Ideenlabor bezüglich der Ausbildungsorganisation und der Ausbildungsinhalte. Die sich rasch und bunt bevölkernde neue Hochschule war ein Hort der Träume mit wahrhaftigem Potential zu deren Umsetzung.

Aus der Taufe gehoben wurde zum Beispiel der vollkommen neu strukturierte Studienbeginn, der sogenannte „Vorkurs“, in der sich alle „Lehrlinge“ auf bisher unbekannte Weise mit gestalterischen Grundlagen auseinandersetzten. Eingrenzend soll daher in diesem Jahr der Focus auf die Anfänge am Bauhaus und speziell auf den Bereich des Vorkurses und auf den damit befassten Lehrerkreis der Bauhausmeister gerichtet werden. Neben Lyonel Feininger war der Schweizer Johannes Itten einer der ersten Meister, der von Walter Gropius an das Weimarer Bauhaus berufen wurde. Zu Beginn wurden fast alle Werkstätten ebenso wie der Vorkurs maßgeblich von Johannes Itten geprägt. Statt die Schüler wie noch an den traditionellen Kunstakademien zum Kopieren von Vorlagen anzuhalten, regte er diese zu einem eigenen kreativen Gestalten aus der subjektiven Empfindung heraus an. Für ihn bildete das individuelle Empfinden, subjektive Erkennen und objektive Erfassen die Basis für kreatives Gestalten.

Im Vorkurs vermittelte er Grundlagen der Materialeigenschaften, der Komposition und der Farbenlehre. Nach dem Weggang Ittens wurde der Vorkurs zwischen László Moholy-Nagy und Josef Albers aufgeteilt: Moholy verlegte den Schwerpunkt von künstlerischen zu technischen Fragen und entwickelte Übungen zu Konstruktion, Gleichgewicht und Material. Albers sorgte für das Kennenlernen handwerklicher Techniken und des materialgerechten Gebrauchs der wichtigsten Werkstoffe. Über den Vorkurs hinaus begleitete und ergänzte der Unterricht u.a. von Paul Klee und Wassily Kandinsky zur Formen und Farbenlehre sowie von Oskar Schlemmer zur Analyse und Darstellung des menschlichen Körpers die Ausbildung. Hinzu kam der Unterricht in nichtkünstlerischen Fächern wie Mathematik und Baustofflehre.  

Ähnlich wie der Vorkurs durchdrang die Druckgrafik von Anbeginn quer zu den Ausbildungslinien das Gestalten am Bauhaus, das nicht zuletzt ein Verdienst Feiningers als Meister der Druckwerkstätten war. Die Bedeutung der Druckgrafik für Feininger wird in der  Apoldaer Ausstellung ein zentrales Thema sein, welches uns zusätzlich den Schwerpunkt der Architektur an die Hand gibt.

Potentialgenres:

  • Grafik (Handzeichnung, Collage, etc.)
  • Druckgrafik (Hoch und Tiefdruck)
  • Malerei (Aquarell, Acryl etc. Mischtechniken)
  • Skulptur (Keramik, Holz, Metall, Pappe etc.)
  • Textil (Filz und Mode)
  • Architektur/ Modellbau

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